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IMAF Lehrgang in Norderstedt vom 11. bis 12. Novermber 2017

Wir hatten die Ehre bei uns in der Halle einen Budolehrgang ausrichten zu dürfen. Die Teilnehmer kamen von nah und fern und die Seminarleiter Herr und Frau Rauscher kamen sogar von Freiburg angereist.
Am Samstag begannen wir mit einer kombinierten Einheit Aikido und Iaido, später ging es mit Bo-Jutsu und Eskrima weiter. Da es sich um einen interdisziplinären Lehrgang handelte, konnte jeder seine Heimatdisziplin einmal verlassen und bei anderen Budokünsten hineinschnuppern. Dabei kam es häufig zu Synergieeffekten, da so mancher jahrelang gelernter  Bewegungsablauf sich in anderen Budostilen erfolgreich anwenden ließ. Dies führte zu zahlreichen Aha-Erlebnissen und machte Mut, sich künftig intensiver mit anderen Stilen auseinanderzusetzen.
Am Ende des ersten Tages stand noch eine Iaidoprüfung an, die jeder der 8 Teilnehmer bestanden hat. An dieser Stelle gratulieren wir herzlich unseren Vereinkollegen Annika, Jürgen, Karen, Ramon und Patrick zu der bestandenen Prüfung. In der Abschlußzeremonie wurden danach an alle Budoka die Teilnahmeurkunden verteilt.
Als absoluten Höhepunkt des Abends gab es danach noch eine Graduierungsprüfung im Aikido. Volker präsentierte mit seinen drei Uke Antje, Gerrit und Ramon einen Querschnitt seiner Techniken unter besonderer Berücksichtigung der Aufnahme des Angriffs. Dies und die dynamische Abwehr gegen drei Angreifer überzeugte die Prüfer. Wir gratulieren Volker Becker zum 6. Dan Aikido!
Der Ausklang des Abends fand dann bei einem gemeinsamen Abendessen statt, bei dem sich unsere Helden der Bewältigung einer ganz anderen Herausforderung stellen mussten: dem Riesenschnitzel...

Tag zwei wurde durch eine gemeinsame Aikidostunde eingeleutet. Mit einem Stück Seil als methodischem Hilfsmittel konnte Volker uns die Anbindung an den Angreifer und die Kontaktaufnahme verdeutlichen. Auch für die Fortgeschrittenen gab es interessante Details im Nikyo zu entdecken. Danach ging es auf beiden Seiten der Halle gefährlich zu: einerseits wurden neue Iaido Katas einstudiert, auf der anderen Hallenseite wurde mit scharfen Macheten trainiert. Die Begeisterung der Teilnehmer war so groß, daß fast ohne Pause weitertrainiert wurde, bis mit Bo-Jutsu Wettkämpfen und Iaido dann der Abschluß gemacht wurde.
Auch am Sonntag fand noch eine Iaido Danprüfung statt, wir gratulieren Volker zu seinem ersten Dan in Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido.
Am Ende der zwei Tage waren alle ein wenig ausgepowert, ein jeder trug aber das Wissen mit nach Hause, an etwas Großem teilgehabt zu haben und viele neue Impulse für das Training in seinem Heimatdojo bekommen zu haben.

Wir danken den Referenten Tobias und Volker für die ausgezeichneten Trainingsstunden und den vielen Helfern, die beim Catering und der Organisation geholfen haben.
Ein besonders großes Dank geht an unsere Referenten Hans-D. und Christine Rauscher für die außerordentlichen Trainingsimpulse und ihren unermüdlichen Einsatz zur förderung des Budo.

Ich freue mich schon auf ein nächstes Mal!
Patrick

Iaidovorführung

Am 15.07. war das von TURA organisierte „Helferfest“. Helge hatte sich aus dem Fenster gelehnt und dem Orgateam angeboten Iaido vorzustellen. Helge, Karen und Ramon erklärten sich bereit fünf Kata zu zeigen. Ich durfte die drei durch Kommentare unterstützen. Zusammenfassend kann gesagt werden, war super. Die Resonanz auf die Vorführung von den Dreien war klasse. Auch der Vorstand von TURA hat sich herzlich für diese gelungene Iaidovorführung bedankt.

Volker

 

Bericht zum IMAF/DAKO Lehrgang in Deensen am 10. & 11.06.2017

Von diesem Wochenende gibt es wieder etwas zu berichten. Drei aus unserer Gruppe, Karen ,  Patrick  und Volker  haben wieder einen Lehrgang unseres Dachverbandes der IMAF in besucht. Um es gleich vorweg zu nehmen: Karen und Patrick haben sich einer Prüfung gestellt und beide haben diese erfolgreich abgeschlossen. Von dieser Stelle aus herzlichen Glückwunsch. Karen hatte es sowieso vor und hat den 8. Kyu im Iaido bekommen. Super!!!!! Bei Patrick lief es etwas anders. Wie wir ja schon untereinander mitbekommen haben, hat Patrick Interesse, etwas mit dem Stock zu machen. Die IMAF bietet Kobudo an. Das ist Stockkampf und auch Kata mit einem Bo. Patrick hat schon wiederholt bei Lehrgängen am Training teilgenommen. Nach dem Lehrgang ist er von Sensei Rauscher angesprochen worden, sich einer Prüfung zu stellen. Hat geklappt, Patrick hat jetzt im Kobudo den 6. Kyu und so wie Karen auch, einige Graduierungen übersprungen. Super!!!! Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser Lehrgang in einer tollen Atmosphäre abgelaufen ist und alleine das ist schon Grund genug, wieder auf einen Lehrgang zu fahren.

 

Warum unser Aikido?

ich habe mir noch einmal Gedanken zu den Differenzen im Bereich der Techniken gemacht und dazu was Aikido ausmacht. Es gibt eine Möglichkeit Techniken auszuführen, die auf dem Einsatz von sehr viel Kraft beruhen und die Kontrolle rein über den Schmerz erlangen.

Wir haben eine andere Grundlage Techniken zu realisieren. Wir versuchen, die Kontrolle über das Zentrum und nicht über den Schmerz zu erreichen. Dies einmal zu dem grundsätzlichen Unterschied.

Für mich stellt sich die Frage, was Aikido ausmacht, was Aikido auch von anderen Selbstverteidigungssystemen unterscheidet. Wenn man sich mit dem Grundgedanken von O`Sensei auseinander setzt, dann hat er ja bekannte Selbstverteidigungstechniken abgeändert und den Schritt vom Aiki-Budo zum Aikido getan. Dies sieht man auch, wenn man sich die Techniken seiner Schüler betrachtet. Seine frühen Schüler machen ein sehr hartes und seine letzten Schüler ein eher weiches Aikido.

Für mich stellte sich die Frage: Was will ich machen? Und was fast noch wichtiger ist: Vor welchem Hintergrund will ich Aikido betreiben. Will ich den Anderen brechen oder will ich den Anderen leiten. Dabei meine ich nicht, unter Einbeziehung von Kontrollverlust. Daraus resultiert für mich die Frage: Will ich Aikido machen oder reine Selbstverteidigung? Aikido ist eine Kriegskunst, und MMA wie auch Ju-Jutsu reine Selbstverteidigungssportarten. Dies fängt schon beim Angrüßen an. Aikido definiert sich für mich nicht über die Klamotten, sondern über die Grundhaltung beim Training und die Art mit dem Partner umzugehen. Und bei uns sind es Partner und keine Gegner. Dabei taucht für mich nicht die Frage nach besser oder schlechter auf. Sondern: Was will ich machen?

Aus den oben angeführten Gedanken bin ich und meine Gruppe bei dem Aikido angekommen, auch wenn es aufwendig ist, was wir betreiben bzw. üben.

Ein sehr weiches aber auch effektives Aikido.

Gruß Volker

 

Bericht zum IMAF/DAKO Lehrgang in Giesen am 08. & 09.04.2017

Der Lehrgang war wieder ausgesprochen informativ. Es wurde Iaido, Kobudo, Arnis und Aikido angeboten. Leider oder sollte man sagen zum Glück, war der Lehrgang nicht sehr stark besucht. Zum Glück, weil das Training sehr intensiv war und jeder Teilnehmer eine eigene Förderung erhalten hat. Bei vielen Teilnehmern fehlt doch manchmal die Zeit.

Wir sind mit vier Aktiven, aus unserer Gruppe, nach Giesen gefahren. Drei von uns haben sich einer Prüfung im Iaido gestellt und bestanden. Annika hat den 9. Kyu, Helge den 6. Kyu und Patrick hat den 5. Kyu erreicht.

Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle!

Witzig war, dass Patrick nicht nur die geforderten fünf Kata sondern sein ganzes Können den Prüfern dargeboten hat. Er war kaum zu bremsen. Anzumerken sei noch, dass Christine in einer total ruhigen Art die Prüfung für alle beteiligten gestaltet hat.

Langsam aber sicher wird hier im Norden das Aikido auf festere Füße bei der IMAF gestellt. Von den Teilnehmern wurde angeregt, das Geübte beim kommenden Lehrgang in Deensen zu vertiefen.

Was ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die tolle Atmosphäre unter einander. Auch wenn man sich verschiedenen Bereichen des Budo verschrieben hat. Man war in jedem Bereich aufgefordert es mal zu probieren.

V. Becker

 

Mein erster Aikidolehrgang

Der Februar hat eine Menge neuer Erfahrungen für mich bereitgehalten. Meine Graduierung zum 5. Kyu, das erste Mal trainieren mit Hakama und jetzt am Wochenende: mein erster Aikido Lehrgang zum Thema „Tun ohne zu tun“.

Zu Beginn des Lehrgangs erzählt uns Volker eine kleine Geschichte vom Blatt, das in den Fluss fällt und darin weiter fließt. Die Geschichte verdeutlicht in Bildern, was wir im Aikido umzusetzen versuchen. Energie aufnehmen und weiterführen… Blatt und Fluss sind bereits in Bewegung bevor sie sich treffen und fließen dann gemeinsam weiter. Fürs Aikido heißt das, die Energie des Partner aufzunehmen und ihn mitzunehmen wie der Fluss das Blatt… Es klingt so einfach und ist doch so kompliziert. Mal schauen was ich davon heute umsetzen kann und ob ich ein gutes Blatt bzw. ein guter Fluss sein kann.

Für mich war dann schon gleich die erste Übung mit die größte Herausforderung, da diese gleich mit einem Weiterführen ins Vorwärtsrollen verbunden war. Durchatmen, noch einmal an den letzten Dienstag denken, an dem Frank genau das noch einmal sehr geduldig mit mir geübt hat und es doch eigentlich ganz gut geklappt hat - und los geht’s! Und, was soll ich sagen, es lief super. Nach ca. einer halben Stunde üben von Techniken mit vorwärtsrollen waren dann auch die anfänglichen Zweifel verflogen und es hat einfach richtig Spaß gemacht. Zu merken, dass es läuft. Und das sogar auch gemeinsam mit Teilnehmern, die ich vorher nicht kannte. Mein erster kleiner Aha- und Erfolgsmoment: Selbstvertrauen in mich und das Vorwärtsrollen.
 
Die Techniken, die wir alle durchgegangen sind, bekomme ich im Detail nicht mehr zusammen. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Zeit, die wir pro Technik hatten, um sie umzusetzen. Es war immer genug Zeit da, um wirklich mal dahin zu fühlen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Mein Aha-Erlebnis im Hinblick auf die Techniken hatte ich beim Kote Gaeshi. Nachdem es bei mir nicht so recht klappen wollte, habe ich mir Kay sehr genau angeschaut und versucht herauszufinden, was er anders macht als ich. Im Grunde hat er mich nur weiter an sich rankommen lassen und mich sehr dicht vor seinem Zentrum gehabt. Sollte es das sein? Hab ich zu viel Abstand zu ihm bzw. zu meinem Zentrum? Das habe ich versucht zu ändern. Und da war er, dieser Moment, in dem ich das Gefühl hatte, Kay quasi nicht zu spüren (im Sinne von ich muss nichts tun, was Kraft kostet oder an ihm ziehen usw.), er aber plötzlich große Augen machte und gewaltig schnell zu Boden ging.
Mein „Tun-ohne-zu-tun“-Moment. :-)
 
Nach guten vier Stunden Training haben wir den Lehrgang dann mit einer Atemübung beendet, für die wir das Licht in der Halle sogar ausgeschaltet haben. Für mich war das ein schöner Abschluss des Lehrgangs, aus dem ich für mich ganz viele Eindrücke und positive Erfahrungen mitnehme. Die Gruppe war wirklich toll, das Miteinander große Klasse und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Lehrgang.

Annika

Angrüßen

Was geht einem so durch den Kopf? Man soll ja an nichts denken. Hat bei mir nie geklappt. Was aber geklappt hat, war die Konzentration auf ein Luftatom. Ich habe mir vorgestellt, wie es in meinem Körper wandert. Es ist durch die Ferse in den Körper eingedrungen, die Beine hochgewandert, durchs Zentrum durch in den Kopf, wieder ein kleines Stück zurück und durch das Zentrum wieder ausgetreten. Ich habe mich dabei auf jeden Zentimeter des Weges konzentriert. Das läuft bei jedem Atemzug ab, wobei ich durch die Nase einatme und durch den Mund wieder aus.

Mir hat das auch in hektischen Momenten geholfen. Es ist auch sicher nicht der Stein der Weisen, aber eine Möglichkeit. Wobei jeder sicher einen eigenen Weg finden kann. Es ist ja nur eine Idee.

Gruß Volker

Moin Umschubser,

warum grüßen wir eigentlich zum Shomen hin? Alle machen es, aber ich habe schon manchmal den Eindruck, es ist wie eine Frage: Wie geht es dir? Und eigentlich interessiert es den Fragesteller überhaupt nicht wie es einem geht. Man macht es so. Es verkommt zu einer leeren äußeren Form. Dann kann man es ja auch lassen.

Ich finde das Shomen verdeutlicht die Idee, unter der wir trainieren. Einmal ist da der Grundgedanke des Aiki (die  letzten beiden Buchstaben auf dem Shomen) und dann der eigentliche Kern, der das von uns praktizierte Aikido ausmacht. Shimizu meinte vor einigen Jahren, die Leute müssen stolz darauf sein, den Weg des Tendo zu trainieren. Ich bin an dem Wort Stolz hängen geblieben. War ich nicht. Ich fand den Stil gut und habe ihn ja auch geraume Zeit praktiziert. Aber Stolz? Irgendwie nicht, obwohl ich bewusst den Weg/Stil mitgegangen bin. Mich hat der praktizierte Stil angesprochen und vor der Idee habe ich mich verneigt. Sicher hatte es auch mit Shimizu zu tun,  er hat den Weg geprägt. Nur war es die Idee bzw. der Grundgedanke, also etwas Konkretes ebenso etwas Abstraktes, eben eine Idee mit verschiedenen Komponenten, vor der ich mich verbeugt habe.

Wie ist es nun bei uns? Warum kommt Gerrit aus Wilhelmsburg, warum Patrick und Antje aus Altona und Frank aus Blankenese zum Training? Wenn man sich die Anreisewege der vier Umschubser anschaut, liegen bei allen locker zwei bis drei Möglichkeiten, um Aikido zu trainieren, auf dem Weg. Was soll der Scheiß? Warum so viel Benzin vergeuden?

Frank fragte mich, nach einem Lehrgangsbesuch: warum macht dieser oder jener Trainer es so? Ist doch auch Aikido. Bei Gerrit liegt eine ähnliche Situation vor und bei Patrick und Antje ist es auch nicht anders. Wir machen etwas anders. Wir verfolgen eine etwas andere Idee. Diese Idee ist versinnbildlicht in unserem Shomen. Es macht Sinn sich auch woanders umzuschauen. Wenn man dann den Eindruck hat, toll finde ich viel besser, auch gut. Meine Erfahrung ist, ich bin immer wieder froh „zuhause“ zu sein. Nicht nur weil ich die Leute kenne und mag. Nein, ich finde die Idee gut. Klar kommt jetzt die Antwort: hast du dir ja auch selbst ausgedacht. Trifft sicher auf mich zu. Ich habe eine bewusste Wahl getroffen, aber wie ist es mit den anderen Fortgeschrittenen? Alles klar, die wohnen im Umfeld und wollen nicht weit fahren. Vielleicht finden sie aber auch die Idee prima. Ich finde jeder sollte versuchen seine eigene Position zu finden. Jeder hat bei diesem Suchen sein eigenes Tempo. Vor ein paar Tagen sagte Torben, ich begreife langsam, dass Aikido mehr als ein Sport ist. Genau, aber der Weg zu dem Mehr ist unterschiedlich, für jeden individuell. Man kann sich darauf einlassen. Eine Möglichkeit ist, einmal kurz beim Angrüßen das eigene Gefühl zu dieser Idee zu erforschen. Muss ja nicht nur beim Angrüßen sein.

In diesem Sinne

Gut plumps

Volker


Um an die Quelle eines Flusses zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen.

 

Konfuzius

Ich musste schon etwas schmunzeln, als ich diese Zeilen von Konfuzius las. Zumal ich den Inhalt auf das von uns ausgeübte Aikido übertragen habe. O Sensei hat die Aikidotreibenden, nach meinem Wissen, aufgefordert sich Gedanken zu machen und sein Aikido als Richtschnur anzusehen. Wobei nach meinem Empfinden die grundsätzliche Philosophie gemeint ist und diese auf die Technik zu übertragen ist.

 

Wenn man sich aber in der Aikido Welt umschaut, so werden Techniken kopiert. Eine äußere Form wird am Leben erhalten. Diese wird nach dem Prinzip der „Stillen Post“ ausgeführt. Wer dieses Spiel einmal ausprobiert hat, der kennt vermutlich auch das Ergebnis. Warscheinlich ist es auch leichter, die äußere Form zu kopieren. Somit besteht nicht die Notwendig, die Grundprinzipien zu beachten. Zumal dies auch deutlich schwieriger ist, als die äußere Form auszuführen.

 

Es wird des Öfteren vom Anfängergeist gesprochen. Das ist schon schwer, denn es impliziert, sich mit seinem Tun in Frage zu stellen. Dies empfinden vermutlich auch höher graduierte Danträger als Imageverlust. Dies oder schlicht Unvermögen können die Ursachen sein. Es wird darauf hingearbeitet, die äußere Form zu verbessern. Ein weiterer Punkt ist in der Hierarchie zu finden. Es wird versucht, dem Meister zu folgen. Man möchte ja auch graduiert werden. Wenn es aber nicht erlaubt ist, die äußere Form zu hinterfragen, dann bleibt die Entwicklung auf der Strecke.

 

Dies bedeutet weiter, dass das von uns so geschätzte Aikido auf der Strecke bleibt. Wollen wir das oder ist es erlaubt an den Stäben zu rütteln?

 

Veranstaltung: Iaido bei Tura 3.0

Auch dieses Jahr fand wieder in den Räumlichkeiten der Turaner Aikidoka ein Iaidolehrgang statt. Wir konnten Frank Kleinschumachers 6. Dan Iaido wieder als Lehrer gewinnen. Um es vorweg zu nehmen: Frank hat unsere Köpfe wieder total zum Rauchen gebracht. Iaido ist, wie auch unser Aikido, eine traditionelle Japanische Kampfkunst, die mit dem Langschwert ausgeführt wird. Die Grundprinzipien der Schwerttechniken tauchen ebenfalls im Aikido auf und somit sind die Inhalte bis zu einem gewissen Grad übertragbar. Es ist der sogenannte Blick über den Tellerrand, der unsere Aikidogruppe auszeichnet. Was dieser Lehrgang aber auch gezeigt hat, wir sind auf dem richtigen Weg und unser Training zeigt Früchte. Die andere, aber nicht unwichtige Komponente, Frank hat es total viel Spaß gemacht den Lehrgang bei uns zu leiten. Ein paar Aikidoka aus unserer Gruppe kommen auch zu einer separaten Trainingszeit am Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr um sich im Iaido zu üben. Dies ist noch keine extra Trainingszeit für Iaido, denn um einen geregelten Trainingsbetrieb aufrecht zu halten, fehlt uns übenden noch der Vorsprung, den ein Trainer haben sollte. Vielmehr treffen sich zu dieser Zeit ein paar Anfänger, die ihre ersten Schritte im Iaido machen, dabei ist Volker vom Aikido gerne behilflich.

Autor: Volker Becker (Foto zum Lehrgang)


Die Erwartenshaltung

Ich möchte den Bereich in zwei Unterpunkte aufteilen. Da wäre die eigene Erwartenshaltung die sich mit dem eigenen selbst beschäftigt, und die an das Individuum herangetragene Erwartenshaltung.

Als erstes möchte ich mich um die eigene Erwartenshaltung kümmern. Wir sind in einem sozialen Umfeld groß geworden. Dies hat uns und wird uns auch weiterhin beeinflussen. In diesem Umfeld gilt der schwarze Gürtel als ausgesprochen hoch stehendes Symbol und der Träger eben dieses Gürtels kommt gleich hinter dem lieben Gott. Oder fast. Sicher eine Betrachtung die anzutreffen ist. Es ist das gleiche Niveau bei Polizisten, alle sind perfekt in Selbstverteidigung. Was Quatsch ist, denn die meisten sind nicht wirklich über den grünen Gürtel hinaus gekommen. Es soll eben nur zeigen, wie Sozialisation funktioniert. Was ist also mit unserer Erwartenshaltung. Beim Aikido werden wir schnell damit konfrontiert, dass der erste Dan eben nicht der tolle Techniker ist. Was manchen schon etwas verzweifeln lässt und die individuelle Frage aufwirft: Trage ich den Gürtel mit eben dieser Farbe zurecht? Ich möchte hierzu nur eines sagen: Wenn der Lehrer es so sieht.

Damit wäre ich bei der Fremdwahrnehmung. Die möchte ich auch in zwei Unterschiede aufteilen.

Der eine Bereich ist die Sicht des Lehrers. Die andere ist die Sichtweise der anderen Schüler. Trägt er eigentlich den Gürtel zurecht? Aus Sicht des Lehrers ist es schon ok, denn sonst hätte er ja die Graduierung nicht ausgesprochen. Welches die Motive für die Lehrerentscheidung waren ist oft genug nicht transparent. Mein Tipp, fragt einfach den Lehrer. Wenn er offen ist, kann er es begründen. Sollte er genervt reagieren, ist er sich selbst nicht klar oder steht nicht wirklich zu seiner Entscheidung, Pech.
Die Sichtweise der umgebenen Schüler wird sehr stark von der eigenen Erwartenshaltung geprägt. Auf jeden Fall ist die Graduierung individuell und nicht operationalisierbar und somit vielleicht aus den Augen des einzelnen Betrachters ungerecht. Dies kann in die eine oder andere Richtung gehen.
Ich möchte nun genauer auf die Überschrift eingehen und somit auf meine Erwartenshaltung. Was erwarte ich? Mit dem Erreichen des ersten Dan ist der Bereich, wo setze ich meinen Fuß hin bzw. wie greife ich, abgeschlossen. Zumindest weitgehend abgeschlossen. In meinen Augen sollte sich das Augenmerk nicht auf die Funktion der Technik richten. Dies ergibt sich nach meiner Meinung von selbst. Beim Lesen tauchen Zweifel auf? Ja, genau dies meine ich. Das Augenmerk sollte sich auf die Harmonie zwischen Uke und Nage richten. Nicht auf das Beherrschen von Uke und somit das dominieren von Uke. Klar sind technische Aspekte leichter zu beurteilen, aber ich rede vom schwarzen Gürtel. Das gleiche, die Harmonie erwarte ich auch vom Schwarzgurt in der Position des Uke, nicht lange Dialoge. Der Schwarzgurt sollte in der Lage sein über seine Körperlichkeit dem Anfänger zu helfen.
Auf den Punkt gebracht ist die Kernaussage, das Bemühen um Harmonie. Die sollte im Zentrum der Bemühungen und des Trainings stehen. Zumindest auf dem Niveau des Scharzgurtes. Aber auch hier Augenmaß. Rom ist auch nicht in einem Tag erbaut. Hauptsache wir befinden uns auf dem Weg. Auf geht es, mit dem ersten Schritt kommen wir dem Ziel näher.

Autor: Volker Becker



Gedanken zum Status

Was meine ich damit, bzw. wie bin ich darauf gekommen? Wie die meisten von uns wissen, haben einige von uns am 19. & 20.09.15 an einem Lehrgang der IMAF teilgenommen. Es ist immer interessant mal über den Tellerrand zu schauen, und, was uns ganz speziell angeht, auch einmal mit nicht konditionierten Budoka zu trainieren. Dies nur als kleine Randbemerkung. Im Rahmen des Lehrganges haben Ramon und ich uns einer Gürtelprüfung im Iaido gestellt und, was sehr schön ist, bestanden. Nun sind wir bei dem Punkt angekommen. Christine Rauscher teilte uns gleich nach der Prüfung die Ergebnisse mit. Dann kam von ihr eine Bemerkung, die mich zu diesem Artikel angeregt hat.

 

-       Es ist leider nicht so oft, dass sich ein Danträger mit einem höheren Grad wieder in die Schülerrolle begibt.

 

Diese Aussage habe ich erst einmal so hingenommen. Wenn man einmal darüber nachdenkt, dann habe ich schon Aussagen von vielen Danträgern im Kopf die besagen, dass sie immer weiter lernen. Somit sind sie ja fortgeschrittene Schüler. Also Schüler! Dies steht aber im Widerspruch zu der Aussage von Christine. Bei genauerer Betrachtung habe ich es aber selbst auch schon beobachtet. Dies wird untermauert durch eine Aussage wie: Wenn ich erst einmal den schwarzen Gürtel habe, werde ich nicht mehr vollgequatscht.

 

Wenn man einen Strich unter die Beobachtungen zieht und zusammenzählt, kann durchaus gesagt werden, alle reden davon, aber wenige tun es. Was, na ja, Schüler bleiben, neugierig sein auf Neues. Welche Türchen öffnen sich! Nein, ich habe einen Status mit dem schwarzen Gürtel erreicht, der mich unantastbar macht. Bzw. diese oder jene Technik taugt nichts, weil ich sie nicht hinbekomme. Auf die Idee, der Fehler liegt bei sich, kommt dieser 4. Dan nicht.

 

Sicher kann man sich über den schwarzen Gürtel freuen, aber ich vergleiche den ersten Dan mit dem Bestehen der Fahrschule. Der Weg zum Niveau von Michael Schumacher ist noch irre lang.

 

All diese Gedanken sind ja für sich betrachtet gut, aber der eigentliche Punkt ist ein anderer. Wo bin ich als Aikidoka in diesem Gedankenkonstrukt zu finden. Ich hatte vor Jahren mal die Situation, mit einer Technik nicht klar zu kommen und stand im stillen Dialog mit mir. Ich möchte dies nicht groß ausdehnen. Zusammengefasst sag ich mal, dass ich locker tausend Gründe hatte die Technik nicht so zu lernen. Irgendwann auf dem Nachhauseweg wurde mir bewusst, dass ich nur Gründe gefunden hatte, etwas nicht zu tun. Ich musste schon etwas über meinen Selbstbetrug grinsen. Zumal mir danach genug Gründe einfielen, auch diese Technik zu lernen.

 

Als Schlussbetrachtung vielleicht noch ein paar Worte. Ich bin froh noch weiter lernen zu dürfen und freue mich über die mir zuteilwerdende Hilfe meiner Schüler.

 

 

- Volker Becker

 

Lehrgangsbericht (19./20. September Budoseminar in Giesen)

Unser diesjähriger IMAF Lehrgangsbesuch stand im Schatten einer gewissen Aufregung, da für einige der Mitreisenden eine Iaido-Prüfung anstand. Vor unserer Trainingszeit am Donnerstag hat sich eine kleine Gruppe begeisterter Anhänger der Schwertkunst gebildet, die sich nun die Früchte ihrer Mühen in Form einer Schülergraduierung erarbeiten wollten.

Doch zuerst hieß es noch ein wenig warten, denn die ersten Trainingseinheiten begannen mit Tai-Chi und lockerem Aikido. Danach konnten die Iaido-Schüler noch einmal in Ruhe die Grundtechniken und ihre Katas durchgehen, bis es dann später zu den eigentlichen Prüfungen kam, die dank hervorragender Vorbereitung und einer gesunden Basis im Aikido mit Bravour bestanden wurden.

Dieses Budoseminar war aber sehr breit aufgestellt und neben den erwähnten Aikido, und Iaido gab es noch Judo, Karate, Kobudo-Bo-Jutsu und Combat Arnis im Angebot. Für mich persönlich war es eine willkommene Gelegenheit nach Jahren Abstinenz mal wieder ins Judo hineinzuschnuppern. Dabei habe ich festgestellt, daß einige Techniken mir inzwischen viel leichter von der Hand gingen, vermutlich weil ich im Aikidotraining deutlicher auf Dinge wie Timing und Gleichgewichtbrechen zu achten gelernt hatte.

Als zweites habe ich mich als blutiger Anfänger zu der Kobudo-Bo-Jutsu Gruppe gesellt. Der Bo ist ein ca 1,80 m langer Stock, ähnlich dem aus dem Aikido bekannten Jo. Zu Anfang des Trainings übten wir eine kleine Angriffs-Verteidigungs-Sequenz ein und es ist mir relativ gut gelungen meine Jo-Erfahrung auf den Bo zu übertragen. Danach hörte leider meine Glückssträhne auf, da der weitere Focus auf diversen Katas lag, die ich mir beim besten Willen nicht so schnell aneignen konnte. Ich habe mich dann zu der inzwischen gebildeten Anfängergruppe getrollt und habe dort eine erste Kata in meinem Tempo gelehrt bekommen. Danach wurden wir alle wieder in die große Gruppe gerufen und dort ging es dann mit einem freien Randori-Kampf weiter.

Den Aikido-Teil des Lehrgangs hat Volker übernommen und es ist im Vergleich zu den letzten Lehrgängen ein eindeutiger Trend festzustellen: Es spricht sich langsam herum, daß Aikido Spaß macht und die Matte war noch voller als beim letzten Mal. Dazu muß erwähnt werden, daß je Trainingseinheit unterschiedlicheAngebote zeitgleich stattfinden und die Schüler sich jeweils spontan entscheiden, was ihnen im Moment am meisten zusagt. Dem Klientel angepasst konzentrierte sich das Training auf einige Grundtechniken und Prinzipien, war aber dennoch anspruchsvoll genug, daß sich niemand langweilte ;)

Nach Ende des Lehrgangs fuhren wir nach Hause, den Kopf voll mit Eindrücken und neuen Ideen. So ein Interdisziplinärer Lehrgang gibt immer viele neue Impulse, da jeder Stil die Dinge irgendwie anders angeht. Wenn man sich darauf einlässt, so kann man viel für sich mitnehmen. Es schadet eben nie, ein wenig über den Tellerrand hinaus und rechts und links der eingefahrenen Wege zu schauen.

 - Patrick

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Aikido ist ein Weg, friedlich und in Harmonie mit sich und seiner Umgebung zu leben.